DIE EPISODEN
Hier ein Auszug aus dem Anhang zum Comic: Die historischen Ereignisse die als Vorlage zu den einzelnen Episoden dienten.
März 1797: Die drei Jungfrauen von Spinges
Historischer Hintergrund:
Nach der Abschaffung des Adels und der Entmachtung des Königs im revolutionären Frankreich erklärte 1792 Österreich mit seinen Koalitionspartnern Preußen, England, Holland und mehreren deutschen und italienischen Ländern der jungen Französischen Republik den Krieg, mit der Absicht, wieder einen König einzusetzen. In diesem Ersten Koalitionskrieg (1792 — 1797) tat sich ein junger General besonders hervor, der noch eine unvergleichliche politische Karriere vor sich haben sollte: Napoléon Bonaparte. Ab 1796 kommandierte er die französischen Truppen in Italien und jagte in zahlreichen Siegen das österreichische Militär vor sich her. Tirol wurde im selben Jahr schon an seiner Südgrenze (Trentino) bedroht, aber erst 1797, nach der Eroberung Mantuas, drang Napoleon auch auf Tiroler Gebiet vor. Seine Hauptarmee marschierte zwar über Friaul Richtung Kärnten, ein Korps hatte jedoch die linke Flanke zu schützen und rückte über das Eisack- und das Pustertal nach Kärnten vor. Diese Armee wurde am 31. März bei Bozen und erneut am 2. April bei Spinges in kleinere Scharmützel mit Tiroler Schützen verwickelt, konnte aber ihren Marsch fortsetzen. Die endgültige Entscheidung fiel jedoch nicht auf dem Schlachtfeld, sondern durch eine Einigung zwischen Frankreich und Österreich (Frieden zu Campo Formio): Österreich trat Besitzungen in Belgien und Luxemburg ab, erhielt im Gegenzug Venedig. Die Kämpfe bei Spinges wurden in der Folge von Tiroler Seite zu einem Heldenmythos aufgebauscht, wobei wohlweislich verdrängt wird, dass sich das französische Militär nach dem Rückzug der Schützen und Landstürmer durch Plünderungen und Misshandlungen an der Bevölkerung von Spinges rächte. 
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Jänner 1809: Der Kaiser in Wien
Historischer Hintergrund:
Im Jänner 1809 soll Andreas Hofer gemeinsam mit dem Brunecker Gastwirt Peter Hueber, vulgo Kreiter, und dem Bozner Kaffeesieder Franz A. Nössing nach Wien aufgebrochen sein. In Wien hätten sie Erzherzog Johann getroffen, um geheime Kriegspläne für Tirol zu schmieden. Johann, ein Bruder Kaiser Franz I. und romantischer Befürworter eines Volkskrieges, bezog in die Pläne für den bevorstehenden Krieg gegen Frankreich auch Tirol mit ein, welches seit 1806 zum Königreich Bayern gehörte. Bei Kriegsbeginn — am 9. April 1809 — sollten sich die Tiroler gegen die bayrische Regierung erheben, die Beamtenschaft vertreiben, das Militär binden und die Vormarschrouten für das österreichische Militär sichern. Die „Insurrektion“ (Erhebung, Aufstand) wurde also von Wien aus gesteuert, um
in Tirol einen Nebenkriegsschauplatz zu errichten.
April 1809: Innsbruck ist frei!
Historischer Hintergrund:
Am 9. April 1809 erklärte Österreich erneut Frankreich den Krieg. Schon in den Morgenstunden rückte österreichisches Militär im heutigen Osttirol ein. In Tirol brach der geplante Aufstand aus und es kam am 10. und 11. April bei Brixen und bei Sterzing zu Kämpfen mit bayrischem Militär. Am 12. April umzingelten die Aufständischen Innsbruck. Noch am Vormittag ergaben sich die bayrischen Truppen in der Landeshauptstadt, nachdem ihr Kommandant tödlich verwundet worden war. Die „Befreier“ fielen nun wie eine Plage über Innsbruck her. Sie plünderten zahlreiche Geschäfte und rächten sich an „Bayrischgesinnten“, worunter eigentlich jeder Stadtbürger verstanden werden konnte. Einen Tag darauf rückte überraschend französisches Militär über den Brenner vor. Dieses Korps, das auf seinem Weg durch das Eisack- und Wipptal oftmals aus dem Hinterhalt angegriffen worden war, hatte eigentlich die Aufgabe, nach Augsburg zu marschieren. Als die Franzosen erfuhren, dass das bayrische Militär in Innsbruck gefangen genommen worden war, beschlossen auch sie, zu kapitulieren. Dass sich ein Armeekorps ergab, ohne dass ein Schuss fiel, war wohl der größte Erfolg der Tiroler. Das österreichische Militär (und mit ihm die Ordnung) erreichte erst am 14. April Innsbruck.
Mai 1809: Die Pfeifen von Schwaz
Historischer Hintergrund:
Nachdem im April 1809 die Bayern aus Tirol vertrieben worden waren, fielen im Mai zwei bayrische Divisionen erneut in Tirol ein. Bei einem größeren Gefecht am 13. Mai bei Wörgl erlitten die Tiroler und Österreicher eine empfindliche Niederlage. Als in Schwaz die Kunde von der Niederlage eintraf, beschloss ein Gemeindeausschuss, österreichische Truppen um Hilfe bei der Verteidigung von Schwaz zu bitten. Am Nachmittag des 15. Mai griff das bayrische Militär Schwaz an, musste sich aber aufgrund heftiger Gegenwehr wieder aus dem Ort zurückziehen. Dabei soll auch aus den Häusern auf die Angreifer gefeuert worden sein. Nach kurzer Zeit konnten die Bayern dennoch Schwaz erobern und rächten sich für den erbitterten Widerstand der Tiroler, indem sie plünderten und den gesamten Ort niederbrannten. Die bayrischen Truppen setzten ihren Vormarsch nach Innsbruck fort. Sie wurden jedoch bei der zweiten Bergisel-Schlacht am 29. Mai 1809 wieder aus Tirol vertrieben.
August 1809: Die denkwürdige Dritte Bergisel-Schlacht
vom 13. Augusti Anno 1809
Historischer Hintergrund:
Am 13. August 1809 bei der 3. Bergisel-Schlacht standen rund 15.000 Tiroler etwa 12.000 Bayern und Sachsen gegenüber. Dass die Tiroler diese Schlacht für sich entscheiden konnten, lag wohl weniger an der defensiven Taktik Hofers, den Feind über den Bergisel „nur nicht heraufzulassen“. Vielmehr ist der Grund für den Sieg darin zu suchen, dass der Kommandant der Bayern, Marschall Lefebvre, es vorzog, sich schnell zurückzuziehen, bevor der Weg durch das Unterinntal von den Tirolern abgeschnitten werden konnte.
November 1809: Versehrte und Versicherte
Historischer Hintergrund:
Ab der Mitte des 17. Jh. entstanden in Europa Versicherungen im heutigen Sinne. Wenn auch nicht unmittelbar, so liegen die Ursprünge des Tiroler Versicherungswesens zumindest indirekt in der Zeit der bayrischen Regierung (1806 bis 1814). Mit einer kgl. Verordnung wurden 1811 alle in Bayern bestehenden Brandversicherungen vereinigt. Nur in Tirol gab es bislang keine modernen Versicherungen. Um den Versicherungsgedanken voranzutreiben, schafften die Bayern in Tirol Vergünstigungen für Geschädigte und den so genannten „Brandbettel“ ab. Dies war das traditionelle gesetzliche Recht für Brandopfer, als Bettler durch das Land zu ziehen. Als Tirol 1814 wieder zu Österreich kam, war hier somit der Grundstein für ein eigenes Versicherungswesen gelegt. Dennoch dauerte es noch bis 1821, dass die „Tirolisch-Vorarlberg’sche Feuer-Versicherungsanstalt“ als erste Assekuranzeinrichtung auf Tiroler Boden gegründet wurde und 1825 ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen konnte. Somit kann die TIROLER VERSICHERUNG auf eine bewegte Geschichte zurückblicken.